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Tatjana Draese

Der Blame Cycle

Der Blame Cycle beschreibt eine destruktive Dynamik in Unternehmen, bei der Fehler nicht als Lernchancen genutzt, sondern Mitarbeiter dafür verantwortlich gemacht werden. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, der Vertrauen, Kommunikation und letztlich die gesamte Unternehmenskultur beeinträchtigt.

Die sechs Phasen des Blame Cycle (Schuldzuweisungs-Kreislauf) 

  1. Menschlicher Fehler
    Ein Fehler passiert – sei es durch Ablenkung, fehlendes Wissen oder unklare Prozessvorgaben.
  2. Schuldzuweisung, Disziplinarmaßnahmen
    Statt die Ursachen des Fehlers zu analysieren, wird der Mitarbeiter verantwortlich gemacht.
    Disziplinarmaßnahmen wie Abmahnungen, Verwarnungen oder negative Leistungsbewertungen folgen (unabhängig davon, ob diese angemessen sind).
  3. Vertrauensverlust
    Der betroffene Mitarbeiter verliert das Vertrauen in das Management, da er sich ungerecht behandelt fühlt.
    Gleichzeitig sieht das Management den Mitarbeiter als unzuverlässig an.
    Ein Klima des Misstrauens entsteht, das sich auf das gesamte Team ausweiten kann.
  4. Kommunikationsabbau
    Mitarbeitende sind weniger bereit, Probleme oder Fehler offen anzusprechen, da sie Angst vor negativen Konsequenzen haben.
    Wichtige Informationen über Sicherheitsrisiken, ineffiziente Prozesse oder Verbesserungspotenziale gehen verloren.
  5. Reduzierte Management-Wahrnehmung
    Aufgrund der eingeschränkten Kommunikation fehlt dem Management die nötige Transparenz über Probleme im Unternehmen.
    Sicherheitsrisiken oder ineffiziente Prozesse werden nicht erkannt oder erst bemerkt, wenn sie eskalieren.
  6. Bestehende und anhaltende Systemschwächen
    Da die eigentlichen Ursachen nicht adressiert werden, bleiben strukturelle Schwächen im System bestehen.
    Die Fehlerquote bleibt hoch, die Mitarbeitermotivation sinkt, und das Unternehmen verliert an Effizienz.

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